Schon seit geraumer Zeit ist klar, dass die globalisierte Weltwirtschaft Rahmenregeln so wie jede nationale Wirtschaft auch benötigt, da sonst die wirtschaftlichen auf Kosten gesellschaftlich-sozialer Ziele verwirklicht werden.
Dies betrifft nicht mehr nur die ärmsten Länder, sondern auch die Bewohner der Industrienationen sehen sich zunehmend durch die "Steuerflucht" multinationaler Unternehmen in Steueroasen, wirtschaftliche Machtkonzentrationen durch unregulierte transnationale Firmenfusionen, Lohndumping in Entwicklungsländern und daraus resultierendem Lohndruck auch bei uns, von den Folgen einer staatlich nur unzureichend flankierten Weltwirtschaft betroffen.
Zur Schaffung einer Balance zwischen den ökonomischen Vorgängen und den gemeinsamen ökologischen und sozialen Zielen der Menschen wird von der Global Marshall Plan Initiative eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft mit weltweit verbindlichen sozialen, ökologischen und kulturellen Standards angestrebt.
Es soll dabei eine funktionsfähige und kohärente Global Governance Struktur, geeignete Reformen und eine intelligente Kopplung von UN-, WTO-, IWF-, Weltbank- sowie ILO- und UNEP-Regelwerken mit der Aufbringung von zusätzlich 100 Mrd. US$ pro Jahr für die Co-Finanzierung von Entwicklung kombiniert werden. Als konzeptionelles Modell für die Verknüpfung von Co-Finanzierung mit der Einhaltung von ökosozialen Standards dienen die EU-Erweiterungsprozesse, die aber eine bessere finanzielle Ausstattung erfordern, als dies in der aktuellen Erweiterungsrunde der Fall ist.
Dabei setzt der Global Marshall Plan neben der Herstellung fairer Wettbewerbsbedingungen im Agrarsektor, der Etablierung einer besseren Zusammenarbeit zwischen Nord und Süd in diesem Bereich sowie vernünftigen Methoden der Entschuldung finanziell armer und ärmster Länder auf neue Finanzierungsquellen, die sich aus globalen Wertschöpfungsprozessen speisen und somit weder die nationalen Haushalte belasten noch Wettbewerbsverzerrungen verursachen. Mögliche Finanzierungsmechanismen sind eine Terra-Abgabe auf den Welthandel, eine Abgabe auf Welt-Finanztransaktionen, der Handel mit pro-Kopf gleichen CO2-Emissionsrechten, eine Kerosinsteuer oder Sonderziehungsrechte beim Internationalen Währungsfonds.
Die EU hat als weltpolitischer Akteur die Macht, eine gerechtere und nachhaltigere Weltwirtschaftsordnung durchzusetzen, in der alle Menschen die Chance auf Teilnahme und Teilhabe am Wirtschaftsleben erhalten und nicht mehr Milliarden Menschen auf Almosen und Umverteilung durch Entwicklungshilfe angewiesen sind.