Freifunk - Europaeische Initiative zur Foerderung des freien Zugangs zu Computernetzwerken und lokaler Wirtschaftskreislaeufe
von Mario Behling, Deutschland

Immer mehr Menschen und Unternehmen vernetzen sich und beteiligen sich an oeffentlichen und freien Netzwerken, Infrastrukturprojekten und Freifunk-Initiativen (www.freifunk.net). Erklaertes Ziel von Freifunk-Initiativen ist es Zugang zu Bildung und Informationen sicher zu stellen und lokale Wirtschaftskreislaeufe zu unterstuetzen.

Wir brauchen eine europaeische Initiative zur Foerderung dieser lokalen und regionenuebergreifenden Freifunk- und Infrastruktur-Projekte. Ziel dieser Initiative ist die Sicherstellung des Zugangs zu lokalen und globalen Computernetzwerken, wie dem Internet vor allem in Regionen, die bisher fuer grosse kommerzielle Anbieter nicht interessant erschienen und daher oft vernachlaessigt wurden.

Freie Initiativen in Zusammenarbeit mit lokalen kleinen und mittelstaendischen Firmen fuellen diese Luecke heute. Sie eroeffnen die Moeglichkeit kosteneffizient Zugang zu digitalen Netwerken fuer Millionen Menschen in Europa zu schaffen und schaffen neue lokale Wirtschaftskreislaeufe und Arbeitsplaetze in einer neuen High-Tech-Branche, die auf offenen Technologien (quelloffene freie Software, freie Frequenzen, offene Hardware-Design, standardkonforme Industriestandards nach ISO) basieren.

Durch den Aufbau und Betrieb von Freifunk-Netzen entstehen bereits zahlreiche Arbeitsplaetze und Einkommensquellen fuer lokale Unternehmen. Auf Grundlage von quelloffener und freier Software und offenen Standards arbeiten Firmen in ganz Europa zusammen. Sie beteiligen sich an der Entwicklung der Software oder arbeiten bereits an eigenen Hardwareprojekten, die speziell auf die Nutzung in freien Netzen angepasst ist.

Freifunk-Netze funktionieren so, dass Nutzer WLAN-Router für den Datentransfer der anderen Teilnehmer zur Verfügung. Im Gegenzug kann er oder sie ebenfalls Daten, wie zum Beispiel Text, Musik und Filme über das interne Freifunk-Netz übertragen oder über von Teilnehmern oder Unternehmen eingerichtete Dienste im Netz Chatten, Telefonieren und gemeinsam Bildungsangebote wahrnehmen spielen.

Bedeutenden Infrastrukturprojekte mit offenen Netzwerken befinden sich mittlerweile u.a. in Deutschland (Berlin, Leipzig, Weimar), Kroatien (Zagreb), Frankreich (Montpellier), Tschechien (Prag), Italien (Rom), Spanien (Katalan) und Daenemark (Djusrland). Viele Initiativen sind auf dem globalen Freifunk-Newswire (http://global.freifunk.net) verlinkt. Partner der Projekte sind Universitaeten, wie die Universitaet Sapienza, das Fraunhofer Institut FOKUS oder Research Labs von Unternehmen, wie die T-labs.

Ziel der europaeischen Initiative muss die Sicherung und Foerderung der neuen High-Tech-Branche sein. Sie schafft vor allem lokal Arbeitsplaetze und ermoeglicht Zugang zu Bildung und Wissen. Neben Foerderungsmassnahmen muss der Schutz der Unternehmen vor ueberzogenen Patent- und Copyrightanspruechen auslaendischer Unternehmen und sogenannter Patenttrolle sicher gestellt werden.

Weitere Massnahmen beinhalten die Begrenzung der finanziellen Belastung durch Gesetzesmassnahmen und die Sicherung und Bereitstellung von Funk-Frequenzen fuer die Versorgung laendlicher Regionen mit Netwerkanschluessen.

Eine Foerderung von Projekten muss durch konkrete Infrastrukturprogramme erfolgen und anerkannte Akteure mit einbeziehen. Ressourcen fuer Communities und lokale Unternehmen muessen zielgerichtet zur Verfuegung stellen und koennen durch Unterstuetzung von Bildungsmassnahmen, Foerderbeitraege, Universitaetsprojekte und Konferenzen erfolgen. Im Hinblick auf den Umfang und das wirtschaftliche Engagement der Communities und aktiven Unternehmer, muessen Vertreter freier Infrastrukturprojekte in der Zukunft ebenfalls einen Platz in der oeffentlichen Diskusstion in Politik und bei IT-Gipfeln haben.


Weitere Foerdermassnahmen betreffen zudem die Entwicklung von Hardware, die gemaess offener Standards und offener Spezifikationen von Unternehmen entwickelt wird und den Projekten zur Verfuegung gestellt wird. Unterstuetzung muessen hierbei vor allem bereits vorhandene Projektstrukturen und lokale Unternehmen erfahren, die ueber ausreichend Erfahrungen und Wissen verfuegen, um erfolgsorientiert fortzuschreiten.

Ich bitte Sie meine Vorschlaege zu unterstuetzen und freue mich ueber Ihre Unterstuetzung, Interesse und Engagement.


Mario Behling,


http://freifunk.net

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