Nach der Konferenz ist vor der Konferenz!

index2.jpg

 

 

 

Wieder kamen BürgerInnen zusammen, um ihre Empfehlungen zur wirtschaftlichen und sozialen Zukunft Europas zu entwickeln, sie mit Experten zu reflektieren und mit Entscheidungsträgern zu debattieren. Und dies im erprobten Format – intensive, moderierte Diskussionen unter BürgerInnen in kleinen Gruppen an runden Tischen, Input im Plenum von Experten und aus den Onlinedebatten aller neun Länder des Wochenendes, Unterstützung der Arbeit durch moderne Technologie. Nur mit der Zeit war noch ein wenig zu kämpfen – teils wurde so rege und intensiv diskutiert, dass es zu der einen oder anderen Spätschicht kam.

 

 

Ideen und Empfehlungen gab es auch dieses Wochenende reichlich, wobei auch jetzt wieder Übereinstimmungen mit den Ergebnissen anderer Länder deutlich wurden; In Frankreich und Slowenien wollen die BürgerInnen mehr Unterstützung für erneuerbare Energien - wie auch letzte Woche in Belgien gefordert- während man sich in Großbritannien und Ungarn größere Transparenz und Kontrolle mit Blick auf Regierung und das Thema der EU-Subventionen wünscht. Eine auf Solidarität beruhende gemeinsame Einwanderungspolitik war für die Malteser die wichtigste Empfehlung an diesem Wochenende, in Irland dagegen hatte die Stärkung der Finanzregulierung Priorität – ach, und das Rugbyspiel gegen Wales gewinnen!

 

Denn für etwas Erholung und persönlichen Austausch unter den BürgerInnen wurde auch andiesem Wochenende gesorgt. Während in Ungarn lebhaft über die Ergebnisse der Onlinedebatten anderer Länder diskutiert wurde, baute man in Irland die Übertragung des Rugbyspiels ins Programm ein. In Slowenien wurden abends Volkslieder gesungen. Domonlai Sándor aus Ungarn war von dem live-Austausch mit zwei Ländern besonders begeistert und bemerkte: "Die Onlineverbindung mit den anderen beiden Ländern hat in mir das Gefühl erweckt, Mitglied Europas zu sein und mir klar gemacht, dass auch ich teil dieser Gemeinschaft und einer ihrer Bürger bin." Nur schade, dass der ungarische Begriff für Büffet – wörtlich „Schwedischer Tisch" – sein gewisses je ne sais qoi in der Übersetzung verlor, und die Schweden wenig mit dem Begriff anfangen konnten!

 

Auch Margot Wallström, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, war wie bereits bei den ersten Bürgerkonferenzen 2006/2007 begeistert und beeindruckt – wie sie hier im Interview auf der schwedischen Bürgerkonferenz formuliert. Die Debatten mit MdEPs zu den Empfehlungen der BürgerInnen am Sonntag verliefen teils hitzig, teils animiert – aber dank stringenter Zeitvorgaben wurde gewährleistet, dass auch hier BürgerInnen ihre Stimme einbringen konnten und ihre Empfehlungen im Mittelpunkt des Gesprächs standen.

 

Nun geht es in den Endspurt für die letzte Runde der nationalen Bürgerkonferenzen am kommenden Wochenende, in Deutschland, Portugal, Lettland, Italien, Dänemark, Bulgarien, den Niederländen, Zypern und in der Slowakei.

1 comments