EU-Wirtschaft leidet schwer unter dem weltweiten Abschwung

Die Kommission erwartet, dass die Wirtschaft in der EU und der Eurozone 2009 um fast 2 % schrumpft, bevor sie sich 2010 langsam erholt.
Angesichts des unerwarteten Ausmaßes der Finanzkrise und des weltweiten Wirtschaftsabschwungs senkt die Kommission ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum.
Schätzungen der Kommission zufolge ist das Wirtschaftswachstum in der EU und der Eurozone von knapp 3 % im Jahr 2007 auf rund 1 % im abgelaufenen Jahr gesunken. Nach den neuesten Prognosen
wird das reale BIP EU-weit und in der Eurozone 2009 um fast 2 % schrumpfen, bevor es sich 2010 wieder um rund 0,5 % erholt. Diese Zahlen liegen unter denen der Vorhersage vom vergangenen Herbst.
Die EU-Wirtschaft dürfte dieses Jahr rund 3,5 Mio. Arbeitsplätze abbauen, so dass die Arbeitslosigkeit zwangsläufig steigt – laut Vorhersage für dieses Jahr auf 8,75 % in der EU und 9,25 % in der Eurozone. Für 2010 wird ein weiterer Anstieg erwartet.
Auch die öffentlichen Finanzen werden leiden. Das Gesamtdefizit der EU-Länder wird sich voraussichtlich von 2 % des BIP im letzten Jahr auf 4,5 % dieses Jahr (in der Eurozone von 1,75 % auf 4 %) mehr als verdoppeln. Damit dürften mehrere EU-Länder die auf 3 % des BIP festgelegte Grenze für das Haushaltsdefizit überschreiten. Für 2010 wird eine weitere Verschlechterung erwartet.
Positiv hervorzuheben ist, dass der Inflationsdruck aufgrund der fallenden Rohstoffpreise rasch abnimmt. Nach den aktuellen Prognosen dürfte die Verbraucherpreisinflation in der EU von 3,7 % im Jahr 2008 (Eurozone: 3,3 %) jeweils auf rund 1 % 2009 fallen und im Jahr 2010 knapp 2 % betragen.
Normalerweise gibt die Kommission viermal im Jahr Wirtschaftsprognosen heraus – umfassende Frühjahrs- und Herbstprognosen und weniger ausführliche Zwischenprognosen im Februar und September. Doch aufgrund des scharfen Wirtschaftsabschwungs erweiterte sie ihre aktuelle Zwischenprognose. Diese umfasst alle EU-Länder, enthält mehr Variablen als gewöhnlich und gilt für den vollen Zweijahres-Vorhersagezeitraum. Die folgende ausführliche Prognose erscheint am 4. Mai 2009.
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