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Was der "Treibhauseffekt" ("greenhouse-effect") ist, ist weithin bekannt: Hochfrequentes Sonnenlicht dringt durch die Scheiben eines Treibhauses und wird von Festkörpern absorbiert und nach der Stokes-schen Regel niederfrequent, also letztlich als infrarote Wärmestrahlung reemittiert. Für diese Art von Strahlung ist jedoch die Glasscheibe undurchsichtig, sie verbleibt im Treibhaus und sammelt sich dort an.
In der Erdatmosphäre haben wir jedoch andere Verhältnisse: Die von der Erdoberfläche emittierte Wärmestrahlung sird von CO2 und anderen Gasen mit Absorptionsbanden im Infraroten absorbiert, aber auch - zumindest zum Teil - wieder reemittiert. Die Atmosphäre der Erde ist nicht komplett undurchsichtig für Wärmestrahlung - im Gegensatz zur Glasscheibe. So unterscheidet sich also die Erdatmosphäre grundsätzlich von einem Treibhaus: Die Abstrahlung von Wärmestrahlung ins Weltall wird hier keineswegs ganz verhindert, sondern nur zeitlich verzögert, denn CO2- und andere Moleküle geben nach Zerfall der angeregten Zustände die Strahlung wieder ab.
Haben wir es hier mit einem Etiketenschwindel zu tun?