Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens
Die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle Bürgerinnen und Bürger - finanziert durch eine einzige Steuer: die Konsumsteuer - wäre die von mir favorisierte Lösung für Europa.
Vom Grundnahrungsmittel bis zum Luxusartikel sollten gestaffelt
3 - 5 Prozentsätze in der Konsumsteuer eingerichtet werden.
Diese Art der Steuer wäre transparent, unkompliziert und würde dafür sorgen, dass steuerliche Überlegungen im Wertschöpfungsprozess keine Rolle mehr spielen würden. Es zahlt am Ende nur der, der auch konsumiert. Wer sich viel und vor allem Luxus gönnt, zahlt viel - wer sich auf das Nötigste beschränkt, zahlt wenig. Ich fände das fair!
Wie das Netz Trapezkünstler vor dem tödlichen Absturz bewahrt, so würde das bedingungslose Grundeinkommen den Menschen ihre stärksten Existenzängste nehmen. Eine bequeme soziale Hängematte wäre dieses Netz sicher nicht. Sobald der Artist sich berappelt hat, klettert er wieder hoch, um wieder mitzuspielen, diesmal geschickter zu sein.Genauso handeln Menschen. Sie wollen sich einbringen, sie wollen etwas (er-)schaffen, sie wollen gesehen werden. Sie wollen Anerkennung, wollen teilnehmen an der Gesellschaft. Sie brauchen nicht nur die Befriedigung ihrer sogenannten Grundbedürfnisse.
Wäre diese aber gesichert, würde die lähmende Angst um die Existenz verschwinden. Die Menschen wären mutiger,kreativer,lebendiger.
Es wird klappen! Da bin ich sicher! Alles spricht dafür!
Es gibt auch mit einem Bedingunglosem Grundeinkommen noch Leute die unverschämt viel Geld verdienen ! ich bin der Meinung Einkommen ab einer gewissen Höhe (100000€) sollten auch Besteuert werden.
Eine soziale Gesellschaft braucht nicht nur eine soziale Politik, ein soziales Steuersystem oder eine soziale Versicherungsbasis, sondern jeder Mensch muss Teil einer gelebten sozialen Gesellschaft werden.
Dies muss ein Geburtsrecht sein, und dieses Recht darf nicht durch den Begriff des "Verdienens" bestimmt und klassifiziert werden.
Das bedingungslose Grundeinkommen stellt einen prägnanten Schritt zur Wahrung und tatsächlich gelebten Umsetzung unseres Grundgesetzes dar.
Artikel 1 der Grundrechte "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." würde hierdurch seit langem das erste Mal wieder eine wörtlich und wahrhaftige Bedeutung zugestanden werden.
Es wäre nicht nur ein schöner, einfacher und in seiner Einfachheit glänzender beeindruckender Satz, dem alle mit einem Nicken zustimmen, sondern diesem Artikel würde Leben eingehaucht werden.
"Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." wäre endlich ein durch jeden Menschen gelebter Satz.
Auch die Gleichberechtigung und das Recht auf freie Meinungsäusserung wäre durch das bedingungslose Grundeinkommen sichergestellt.
Politik, Arbeitgeber, Arbeitnehmer,..... müssten abgesichert durch dieses Grundeinkommen gleichberechtigt verhandeln.
Insbesondere Arbeitsplätze könnten so nichtmehr als existenzielles Druckmittel mißbraucht werden.
Geld als Grundlage von Macht würde in diesem Bezug extrem an Bedeutung verlieren.
Steuern sollten von jedem Menschen gleichermaßen gezahlt werden, unabhängig seines finanziellen Vermögens.
Mit Hilfe der Konsumsteuer, die klassifiziert werden sollte von Grundnahrungsmitteln mit einem geringen Steuersatz bis hin zu Luxusgütern mit einem hohen Steuersatz, wäre dies durchaus umsetzbar, ohne den Reichen für sein großes Geldvermögen zur Rechenschaft zu ziehen. Jeder zahlt gleichermaßen Konsumsteuer, einzig und allein davon abhängig welcher "Warenkategorie" er sich bedient.
Gleiche Rechte für alle. Gleiche Pflichten für alle. Das fände ich fair.
Jeder hat die Pflicht, denselben Prozentsatz an Steuern für eine Produktsorte zu zahlen, um damit Gemeinschaftsaufgaben (öffentliche Ausgaben) mit zu finanzieren.
In welchem Maß sich jemand hieran beteiligt, hängt dann im Wesentlichen von zwei Faktoren ab. Zum einen, ob er überhaupt über Geld verfügt, welches er für Produkte oder Dienstleistungen ausgeben kann (Stichwort: Grundeinkommen) und wie viel er überhaupt konsumieren möchte.
Lebt jemand bescheiden, heißt dieses allerdings noch lange nicht, dass er sich nicht fördernd in die Gemeinschaft einbringt. Genauso wenig heißt es, dass jemand, der über sehr viel Geld verfügt, dies für sich behält.
Je mehr wir merken, dass wir aufeinander angewiesen sind, umso mehr geht es um Fragen, wie wir miteinander umgehen. Warum vertraue ich dem einen mehr, dem anderen weniger? Welche Vorurteile habe ich? Lebe ich in dem steten Gefühl, zu kurz zu kommen, betrogen zu werden – also in einem Gefühl des Mangels?
Um das Entfachen einer Wertediskussion kommen wir nicht herum. Vielleicht ist sie auch schon in vollem Gange.
Mich nervt vor allem, wie zur Zeit (noch?) die Mainstreampolitik mit dem BGE umgeht (z.B. auf abgeordnetenwatch.de). Da wird in völlig falschen Kategorien gedacht, da werden Äpfel mit Birnen verglichen, Scheuklappen aufgesetzt und um den heißen Brei geredet was das Zeug hält.
Die Einführung einer Art von BGE wird angesichts zunehmender Automatisierung und Rationalisierung in Zukunft ein ganz konkreter Sachzwang sein, wenn wir nicht in einer von Massenarmut, Gewalt und menschlicher Tragik geprägten Gesellschaft leben wollen.
Deswegen sind so viele Menschen aus ganz verschiedenen Parteien und Bewegungen dafür oder dagegen - hier geht es nicht um Ideologie gegen Ideologie, sondern um Alt gegen Neu.
Marco
Hallo, finde Euren Ansatz interessant. Mich würden aber konkrete Zahlen interessieren. Sprich wie hoch sollte ein Grundeinkommen sein, wie wird es den Beschäftigten zugerechnet und letztendlich wie gehen wir mit Arbeitsunwilligen um? Bin auf Eure Antworten gespannt!!
Bevor wir an konkrete Zahlen gehen, wäre es sicher gut, zunächst in Europa einen gesellschaftlichen Konsens darüber zu entwickeln, was wir von diesem Grundeinkommen bezahlen können wollen. Ein globaler Blick darüber hinaus kann auch hier – wie bei allen europäischen Ideen und Projekten – nicht schaden.
Was also ist unser Mindestbedarf – unser Grundbedarf?
Alle Wies sind nach meiner Frage leichter zu lösen, wenn wir wissen, was wir wollen – für uns selbst und die Gemeinschaft in Übereinstimmung.
Sind sogenannte "Arbeitsunwillige" nicht eher Menschen, die uns irgendwie weggerutscht sind, die ausgerutscht sind und jetzt nicht mehr richtig Tritt fassen?
Korrektur zu meinem vorherigen Beitrag:
Ich wollte schreiben:
"Alle Wies sind nach meiner Erfahrung..."
statt
"...nach meiner Frage...
Ich habe mich vertan. Sorry!
Tach,
Also, "Arbeitsunwillig" ist eine Kategorie, die, so wie ich es verstehe, im Konzept BGE so nicht vorkommt. Entweder Du willst hinzuverdienen, oder nicht.
Mit der Faulheit und dem Nichtstun ist es so eine Sache. 6 Tage sind das Paradies, 6 Wochen sind sehr nett, aber nach 6 Monaten fragt man sich, "Warum gibt es mich überhaupt?".
So gesehen glaube ich nicht, daß wir in einem auf ein BGE gründendes System einen (zu) großen Anteil von "Rumhängern" haben werden - es entspricht nicht der menschlichen Natur.
Vielmehr sollten wir uns fragen, welche Erwerbstätigkeiten es in 10, 20 Jahren überhaupt noch gibt. Autos und Häuser bauen sich mittlerweile versuchsweise selbst, die berühmte Supermarktkassiererin ist im Prinzip durch einen Scanner ersetzbar usw.
Die große Masse der Menschen wird ohne das, was wir heute noch "Stütze" nennen, gar nicht existieren könnten, es sei denn, sie sind hochqualifizierte Ingeneure, Medienleute oder Mediziner, und dafür ist der Arbeitsmarkt eng begrenzt.
Die meisten anderen Bürger werden sich, ausgehend von der Basis des BGE, ehrenamtlich engagiren oder Kleinstgewerbe betreiben.
Die kleine Gruppe der Gar-Nichts-Tuer, ja, die gib'ts immer. Wir müssen uns dann nur abgewöhnen, auf sie herab-, und -fast noch wichtiger - neidisch auf die Gutverdiener hochzuschielen!
Jeder Jeck is anners!
Marco
Ich denke, die Zahl der dauerhaft "Arbeitsunwilligen", d.h. diejenigen die nicht arbeiten wollen oder können(!) würde sich mittel- bis langfristig auf das heutige Niveau einpendeln.
Es wird wohl öfter Beschäftigungspausen geben, weil die Menschen beispielsweise sich weiterbilden, sich um den Nachwuchs kümmern, alte Eltern pflegen, nur arbeiten wenn nötig (größere Anschaffungen), weil Arbeitsverträge ablaufen, und dergl. mehr.
Ich würde so gern richtig debattieren.
Für und Wider.
Was spricht gegen die Idee "Konsumsteuer als einzige Steuer"?
Um eine Debatte zu starten braucht man genügend Pros und Contras. Mir scheint die Gegner eines BGE können dies eben nicht, da sie ihre Ablehnung nur auf Vorurteilen beruhen und sofort das Thema in die Neidecke führen. Auch fürchten diese Besitzstandsbewahrer einen Machtverlust.
Jetzt aber doch zur Frage. Als Argument gegen die Konsumsteuer würde ich einbringen, dass bei einem Steuersatz von z.B. 40-50% die Verlockung sehr gross sein kann, um das Produkt, nach Absprache mit dem Verkäufer, ohne Rechnung zu kaufen und damit mal kurz die Steuer zu "sparen". Das Problem des "Free Riders" ist nicht von der Hand zu werfen und sollte berücksichtigt werden, besonders wenn diese Steuer europaweit eingeführt werden sollte. Die kulturellen Unterschiede seitens der Steuermoral sind eben von Land zu Land sehr verschieden.
Ich denke, dass das Unterschlagen der Konsumsteuer in einem entsprechenden System bedeutend schwerer fallen wird, als es momentan der Fall ist, Steuern zu unterschlagen. Wenn es praktisch nur noch diese eine Steuer gibt, wird sich ein anderes Steuergefühl unter den Bürgern einstellen. Den Staaten wird es leichter fallen Sünder auszumachen. Die Steuerbehörden würden sich darauf spezialisieren können und effektiver arbeiten.
Ich sehe in der reinen Konsumbesteuerung eine echte Chance auf mehr Gerechtigkeit.
Eine Anmerkung zum "Arbeitsunwilligen".
Auch der Arbeitsunwillige ist am System beteiligt in dem er konsumiert. Aber derjenige der sein Geld nicht aus gibt sondern hortet (etwa in Gold und andere Währungen) und derjenige der wie oben beschrieben an den Steuern vorbei wirtschaftet, würde in diesem System der Buhmann sein.
Ich persönlich befürchte einen weitern anstieg der Preise was wiederum zur Arbeit zwingen wird, es sei denn das BGE wird progressiv angepasst.
Ja, das denke ich auch. Denn wer sich etwas Teures leistet, zahlt damit auch automatisch viel in die Gemeinschaft ein.
Wird sich in Deutschland Denunziantentum einstellen oder werden wir von uns aus - vielleicht natürlich auch angesichts des Risikos, "verpetzt" zu werden - korrekt verhalten?
Solche Gedanken kommen einem natürlich.
Aber ist es nicht auch möglich über unsere Medien soviel Aufklärungsarbeit zu leisten, dass irgendwann jedem aufgeht, dass er sich selbst ins Knie schießt, wenn er nicht in die Gemeinschaft einzahlt? Ist doch eigentlich Ehrensache :-). Sonst läuft der Laden nicht.
Eigentlich ist es doch ganz grob eine einfache Rechnung:
Die Einnahmen aus der Konsumsteuer müssen alle Ausgaben der Gemeinschaft + das Startgeld (sprich:BGE) für jeden Bürger decken.
Habe ich mich verrechnet?
Lieben Weltverbessere!
im Prinzip habt ihr mehr oder weniger Recht und eure Absichten sind ehrlich, nur vergisst nicht , dass sie leben in kapitalistischem System wo Geld herrscht und die die Macht haben werden mit allem Tricks verteidigen.
Wen wir eiführen Grundeinkommen was sollen die viele Beamten machen?
Unserer Staat ist doch Polizei- und Beamtenstaat.Die geben uns das Recht, dass wir gackern können(pseudodemokratie) aber ändern die freiwillig nicht.
Noch nicht so lange her, das war die Diskussion über Pendlerpauschale, Frau Merker hat gesagt für die das gefordert haben;"..können sie mir auch sagen von wo ich das nehmen soll?..." Und etwas später fließen die Milliarden für die armen Banken...
Einzige was wir machen können ;die richtige Partei wählen(keine die am Trog ist!)