Zu dem Beitrag "Sprachliche Gleichberechtigung, Schutz von Mnderheitensprachen, Esperanto"

Zu dem Beitrag "Sprachliche Gleichberechtigung, Schutz von Mnderheitensprachen, Esperanto"

Guten Tag, ich finde den Beitrag gut, vor allem was die sprachliche Gleichberechtigung in Europa betrifft. Allerdings würde ich persönlich dem Esperanto das altehrwürdige Latein vorziehen, auch wenn es schwieriger erlernbar ist. Aber Latein wird weiterhin an vielen Schulen Europas gelernt Viele europäische Sprachen sind aus dem Lateinischen entwachsen. Es macht zudem einen Großteil der europäischen Kultur aus. Aber wie gesagt, jenseits der Alternative "Esperanto oder Latein?" finde ich den Vorschlag gut.


Guten Tag, Latein gehört inzwischen auch keiner Volksgruppe mehr. Ich ziehe trotzdem Esperanto vor; zum einen, weil es deutlich leichter zu erlernen ist (Wortstämme im Esperanto sind übrigens zum überwiegenden Teil aus lateinischen Sprachen entlehnt, aber auch aus dem Deutschen kommt einiges; eine Grammatikregel wird nicht ständig mit Ausnahmen "bestätigt"), zum anderen, weil die Sprache lebendig ist, und aktuelle Wörter enthält (zumindest ist mir kein lateinisches Wort für E-Mail-Adresse o.Ä. bekannt; auf Esperanto: retposhtadreso (statt "sh" auch "s" mit einem Akzent).

Klar, warum nicht Latein? Zamenhof, der "Erfinder" des Esperanto hat als Schüler auch an eine Wiederbelebung des Latein als internationale Sprache gedacht. Aber er hat auch schnell bemerkt, dass Latein einfach zu aufwändig zu lernen ist - denn braucht eine Sprache, um voll ausdrucksfähig zu sein, mehrere Deklinationen und mehrere Konjugationen. Sind unregelmäßige Verben nötig?

Zwar ist es in der Schule nicht Ziel des Lateinunterrichts, die Sprache sprechen zu können, obwohl wir in den ersten Jahren auch Texte von Deutsch ins Latein übersetzt haben, aber auch nach 7 Jahren Lateinunterricht konnte ich nur eine wenige Sätze ("ubi pila est? Pila est sub mensa."). Natürlich kann Latein um neue Begriffe erweitert werden, die Isländer schaffen dass mit Ihrer Sprache auch, ohne Fremdwort zu bemühen.

Wenn es um die Alternative Latein oder Esperanto geht, hat Esperanto den Vorteil der leichten Erlernbarkeit zu bieten. Ich betreue gelegentlich Esperanto-Schüler in Internet-Kursen. Etwas Fleiß und Disziplin vorausgesetzt hat man die 12 Lektionen in 12 Wochen durch. Dann ist man mit einem Lexikon in der Lage, jeden Esperanto-Text zu entschlüssen. Nach den 12 Lektionen kann man auch zu einem internationalen Esperanto-Treffen fahren. Es geht dann nur noch um Erweiterung des Wortschatzes und Verfestigung des Gelernten.
Wer einen Eindruck von so einem Kurs haben will, kann hier nachschauen: http://www.esperanto.de/dej/kursoj/brazila/