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Die Weltwirtschaft steckt in der größten Krise seit der Depression der 1930er Jahre.Ursache dafür ist die Krise eines Finanzsystems, das sich von der Realwirtschaft gelöst und Geld mit Wettgewinnen verdient hat.
Dringend notwendig zur Regulierung dieses Finanzsystems sind kurzfristige finanzpolitische Maßnahmen wie Begrenzung von Gehältern und Abfindungen f. Führungskräfte, Beschränkung des Bonus-Systems und Neu-Orientierung an langfristigen Unternehmenszielen, Schadensersatz-pflichtigkeit v. Managern, höhere Eigenkapitalquoten von Unternehmen etc.
Derartige Maßnahmen sind notwendig zur Abwendung eines ökonomischen Zusammenbruchs der Weltwirtschaft; sie sind aber noch Oberflächen-Korrektur, die zwar die Anreize zur persönlichen Bereicherung von Führungskräften reduziert, das Wesen der Krise aber noch nicht erfasst.
In ungewohnter Deutlichkeit wurde in den Medien die m o r a l i s c h e Seite dieser Krise angesprochen: die Gier, die Schamlosigkeit der Finanzmanager, die jeden Anstand, jedes persönliche Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft verloren haben. Sie findet sich ebenso aber auch bei den anderen Marktteilnehmern, z. B. bei rendite-gierigen Kleinanlegern: Die jede Vernunft übersteigende Gier nach Geld. ---
Das Wesen dieser Krise ist eine Krise des menschlichen Wesens.- - -
Deshalb sollte langfristig an der tieferen Ursache dieser Krise gearbeitet werden: an der B i l d u n g d e s M e n s c h e n . Gegenwärtig wird unter "Bildung" meist messbares Wissen verstanden, das direkt ökonomisch verwertbar ist, dem Individuum Nutzen und Gewinn bringt und oft sogar der sozialen Abgrenzung dient.
Bildung sollte aber Heranbildung, Formung des Menschen zur H u m a n i t ä t sein, Arbeit am menschlichen G e i s t .- Wissensvermittlung kann im Informationszeitalter zurücktreten gegenüber der Bildung der menschlichen Persönlichkeit.