Ein klares Ja zu Esperanto

Ein klares Ja zu Esperanto

Ich bin seit 1975 Esperantist, hatte mit dieser Sprache Briefkontakte in viele Länder (zB. auch Mongolaj, China), habe mit dieser Sprache multinationale Treffen mit guten Freunden erlebt, und kann deshalb mit Fug und Recht feststellen, daß es sich bei dieser Sprache nicht um "Kunst" im Sinne von Kunsthonig handelt. Ich bin kein Gegner des Englischen und kann mich auch in dieser Sprache oberflächlich verständlich machen. Wer im Englischen annähernd perfekt werden will, kann dies aber nur mit einem sehr langen Aufenthalt in einem englischsprachigen Land, un dann beherrscht er nur einen von vielen Dialekten. Angesichts der überall geforderten Sparsamkeit ist es unverständlich welcher Aufwand weltweit und im gemeinsamen Europa durch notwendige Übersetzungen getrieben wird.
alfredo, Deutschland


Das Thema einer einheitlichen Sprache erinnert mich stark an George Orwells Dystopie "1984" und das darin vorkommende "Newspeak".
Gerade wir als Europäer, die im Besitz der wohl bedeutendsten Literaturschätze weltweit sind, sollten stark auf den Erhalt der kulturellen Vielfalt - insbesondere der einzelnen Sprachen - achten.
Meiner Meinung nach sollte das Englische, als bereits heute weltweit meistgesprochene und zudem relativ leicht zu erlernende Sprache, wie eine Art EU-Sprache fungieren, während die anderen Sprachen Europas besonders von den Muttersprachlern gepflegt werden.

Englisch leicht zu lernen? Bei der chaotischen Rechtschreibung, den zahllosen Unregelmäßigkeiten und der ausgeuferten Idiomatik? Der Einstige ins Englische ist leicht, aber warum nimmt der Englischunterricht immer mehr Platz in Lehplänen ein. Eine Sprache, die man in der Schule demnächst 12 jahre lernt, wonach jeder Engländer gleich beim ersten Satz merkt, dass man Ausländer ist, kann nicht leicht sein.

Warum nicht eine Plansprache? Phonetische Schreibweise, keine unregelmäßigen Verben, ein überschaubares Regelwerk, ein einfaches Wortbildungssystem und doch voll ausdrucksfähig. Und das in 2 Jahren erlernbar, gleiche Lern-Intensität wie im Schulunterricht vorausgesetzt.Was spricht dagegen?

Englisch als Verkehssprache in Europa ist natürlich von Vorteil - in erster Linie für Engländer. Nach meiner Ansicht wäre die alleinige Einführung des Englischen als Verkehrssprache eine Bedrohung für alle anderen Sprachen und Kulturen. Nein, das ist keine Theoretische Gefahr. Wir werden überschwemmt mit Literatur, fernsehen und Musik aus dem englischen Sprachraum. Wer kenn noch aktuelle Schriftsteller und Musiker aus Polen, der Tschechei, Ungarn? Wer kennt Fernsehserien aus den Niederlanden, Frankreich, Polen, Italien und Spanien? Ja, es gibt sie - aber nicht bei uns - wir haben nur die eigenen und Serie englischen Ursprungs.

Jdoeschner schreibt vollkommen richtig, dass wir als Europäer unbedingt auf den Erhalt der kulturellen Vielfalt - insbesondere der einzelnen Sprachen achten - sollten. Dann tritt er aber für Englisch als EU-Sprache ein. Damit widerspricht er sich meines Erachtens. Genau das wäre doch gegen die Sprachvielfalt. Die Dominanz nur einer Sprache oder weniger Sprachen in der EU wäre der Anfang vom Untergang. Jeder Bürger muss Zugang zur EU in seiner Sprache haben. Die EU muss "kleinere" Sprachen schützen und respektieren. In Sachen Esperanto scheint seine Meinung auf einem Missverständnis zu beruhen. Esperanto, als wirklich leicht erlernbare Sprache würde ja nur als Verständigungsmittel zwischen den Europäern (und der Welt) dienen. Wir würden es gerade neben der Muttersprache, bzw. neben der Nationalsprache lernen und könnten uns mit allen Europäern auf hohen Niveau unterhalten.

mein Aufwand, um Englisch zu lernen, war:
8 Jahre x 40 Wochen x 4 Stunden = 1280 Stunden
plus ein Monat in England, ca. 150 Stunden
Summe ca.1430 Stunden

Für gleiches Niveau in Esperanto brauchte ich unter
80 Stunden. 18 mal weniger! Esperanto ist eine sehr
wirtschaftliche, sinnvolle Sache.
Man kann es auch erstmal in 40 Stunden angehen und
danach Romane o.ä. lesen.
Mir macht es mehr Spass als Schach, Spanisch u.a.m.
Hans

@Hans: Selbst wenn die Grammatik der Platiksprache Esperanto so einfach wäre - in 80 Stunden kann man kein brauchbares Vokabular aufbauen, selbst mit dem Wortbildungssystem, das Esperantisten immer wieder nach vorne schieben. Am Ende muss man immer noch erlernen, wie manche Begriffe von einer Mehrheit gebildet wird, sonst endet man mit unterschiedlichsten Syntho-Worten für ein und dasselbe Ding.
Und wenn Sie in fast 1500 Stunden nicht mehr Englisch gelernt haben als in einem 80-Stündigen Esperanto-Kurs, dann kann ich ihnen schon mal ein Schulfach nennen, bei dem Sie tief und fest geschlafen haben...

@hoketo: Die "Phonetische Schreibweise" ist hanebüchener Unsinn. Der Vokabelmischmasch des Esperanto-Grundwortschatzes aus allen möglichen Sprachen erfordert eine ganze Horde diakritischer Zeichen, damit die unterschiedlichsten Laute auch entsprechend wiedergegeben werden können. Die Zeichen gibt es auf keiner handelsüblichen Tastatur, sie haben exotische Unicode-Positionen, und die "Umgehungsschreibweisen" sind recht beliebig und daher unnötig verkomplizierend. Dann hintenan noch die ganze agglutinierte Alphabethssuppe, die ein wenig an schriftliches Multiplizieren erinnert ("Und ein 'in' für weiblich, ein 'j' für Plural, drei im Sinn, zwei schreiben wir hin"...). Das Ganze ist auch nicht wesentlich besser als Latein, nur dass die Stellen, die bei einer natürlichen Sprache abgerundet sind, hier bewusst eckig gelassen wurden.

Und um den Tagesbezug (na gut, zu gestern) hinzubekommen: So richtig gleichberechtigt ist Esperanto auch nicht - Weibliche Formulierungen sind Derivate des männlichen Stammwortes. Nicht gerade ein Pluspunkt bei Feministinenn, könnte ich mir denken. Und auch hier wieder regelmässige Unregelmäßigkeiten - Warum ist das 'in' ein Infix? Hätte man das nicht analog des lateinischen mit einem alternativen Postfix lösen können? Wieder so ein Punkt, wo Zamenhof dachte, es wäre so einfacher, aber im Endeffekt doch wieder ein unnötig kompliziertes Konstrukt baute.

Abgesehen davon - Wenn Esperanto so einfach wäre, warum kommen die meisten lernenden nicht über einen Anfängerkurs hinaus, mit dem sie gerade mal einfache "Touristensätze" lesen und vielleicht schreiben können? Und warum ist die Esperanto-Zeitschrift "Monato" immer voller Rechtschreibfehler und benutzt für ein und denselben Begriff unterschiedlichste Wortstämme?

Je mehr man sich mit Esperanto auseinandersetzt, desdo mehr ergibt sich der Eindruck, dass eine Handvoll recht aktiver Fanatiker gerade in den EU-Foren unterwegs sind und Esperanto als Zwangszweitsprache für alle durchsetzen wollen. Dabei bleiben sie regelmäßig die Antwort schuldig, wer denn überhaupt Esperanto lehren soll. Mit "Esperanto" verbinden viele Forenmitglieder mittlerweile eher nervige, spammende Esperanterroristen als eine Sprache.

Herr Treczoks, mittlerweile haben ja alle Forenmitglieder verstanden, dass Sie Esperanto nicht positiv gegenüber eingestellt sind. Ihre Argumentation bleibt weiterhin unsachlich und hat keinesfalls wissenschaftlichen Charakter. In Deutschland gibt es etliche Sprachwissenschaftler, die sich mit Esperanto wirklich auseinandergesetzt haben. Insofern bleibt die Tatsache, dass Esperanto wesentlich leichter ist als andere Fremdsprachen. Man kann darüber streiten, ob es nun 5x, 10x oder 18x leichter ist. Das ist sicherlich individuell sehr unterschiedlich und hängt von den Lernkapazitäten ab. Ebenso natürlich davon welche sprachlichen Vorkenntnisse man hat. Herausfinden könnte man dies nur, wenn man in verschiedenen EU-Staaten Schulversuche hierzu macht und Esperanto unterrichtet. Diesen Versuch sollten wir wagen und ich bin mir sicher, dass Sie sich als aufgeschlossener und gebildeter Europäer, dem auch nicht verschließen würden, oder? Sollten die Ergebnisse positiv ausfallen, könnte man darüber nachdenken Esperanto freiwillig als Fach anzubieten (innerhalb eines Sprachkataloges).

Und natürlich sind es mal wieder eine "Handvoll Fanatiker" die sich für Esperanto einsetzen. Sie nenne Esperanto-Sprecher "nervige spammende Terroristen".

Wer sich hier fanatisch aufführt, davon kann sich jeder selbst ein Bild machen.


Als Antwort auf jdoeschner.

Das Thema einer einheitlichen Sprache erinnert mich stark an George Orwells Dystopie "1984" und das darin vorkommende "Newspeak" sagte jdoeschner
Aber gerade (und das ist in dem Roman) dieser Sprache ist eine Form des "Basic English" (von denen das letzte avatar ist das "Globish"), das heisst, eine Sprache, in der die politischen Gegner nicht für nicht ihre Ideen. Wenn eine Diskussion sich unbedingt auf Englisch, die nicht Englisch können nicht argumentieren, dass « Yes... No... I don't know... »

Wenn wir eine Fremdsprache unterrichten, für alle jungen Europäer, auch ohne Hoffnung, so dass mehrsprachige Traum Brüssel, sind Investitionen von Hunderten Millionen Euro. Dann lieber eine Sprache wählen gebaut, einfach, logisch und angenehm zu lernen ... Esperanto Antrag 8 mal weniger Druck und Schulen (also Geld), dass eine Landessprache.

Danach bleibt die Studenten Zeit, eine andere Sprache ihrer Wahl,die er studieren Liebe eines Landes, seine Küche, seine Lieder, seine Strände und seine Kultur, und nicht, weil würde es im Handel, Wirtschaft oder Finanzen.


K.I.

jdoeschner "Meiner Meinung nach sollte das Englische, als bereits heute weltweit meistgesprochene und zudem relativ leicht zu erlernende Sprache, wie eine Art EU-Sprache fungieren, während die anderen Sprachen Europas besonders von den Muttersprachlern gepflegt werden."

Dann haben wir die Spaltung Europas in Englisch-Muttersprachler und "die anderen". Dann wird - wie das Hochdeutsche die Dialekte - das Englische die anderen Sprachen verdrängen. Die anderen werden dann Hobby- und Freizeitsprachen. Deutsch als Wissenschaftssprache ist heute schon auf dem Abstellgleis.

Genau das will Esperanto verhindern. Denn Esperanto soll aussschließlich nur bei internationalen Kontakten benutzt werden.

Außerdem sollte sollte das demokratische Prinzip beachtet werden: Nur eine Plansprache kann von jedem gelernt werden - nicht nur von Menschen mit der Möglichkeit, ein höherwertiges und längerdauerndes Schulangebot wahrnehmen zu können.

Ich finde den Vorschlag sehr beachtenswert.

Ich habe kräftig herumgegoogelt und mich grundlegend über Esperanto informiert, denn bisher war mir Esperanto eher ein nebulöser Begriff.

Ich war erstaunt, was es da alles gibt. Ich habe überhaupt nichts über die Literatur in Esperanto gewusst, nichts über eine Wikipedia in dieser Sprache. Auch nicht, dass es Familien gibt, bei denen Esperanto die Familiensprache ist, weil die Partner aus unterschiedlichen Ländern kommen. Offensichtlich ein Zeichen, dass Esperanto auch Emotionen vermiiteln kann und voll alltagstauglich ist. Dass es sogar Esperanto-Muttersprachler gibt, wundert dann natürlich nicht mehr. Verständlich und faszinierend, dass diese Kinder 2 oder gar 3-sprachig aufwachsen. Ja, es gibt sogar spezielle Treffen für solche Familien.

Ich bin auch auf eine Adressliste im Netz gestoßen und zu meiner nicht geringen Überraschung habe ich in meiner Nachbargemeinde einen Esperanto-Sprecher als Ansprechpartner gefunden. Ich habe der der Versuchung nicht widerstehen können und mal angerufen. Ich war angenehm überrascht. Kein Fanatiker, sondern sachlich abwägend - ganz entgegen dem Klischee, das man häufig über Esperanto-Sprecher findet.

Ich werde mich sicherlich mit der Sprache ernthaft beschäftigen - kostenlose Kurse gibt es im Netz.

Ich habe es gewagt. Ich habe im Netz einen kostenlosen Esperanto-Kurs gefunden und mich angemeldet. Ich habe um einen Mentor gebeten, der in meiner Nähe wohnt. Hat umgehend geklappt.

Zu meiner Überraschung hat mein Mentor nur 16 Jahre alt, scheint sich aber perfekt mit der Sprache auszukennen. Ich war mal neugierig und bin vorbei gefahren. Mein Mentor traf ich gerade bei einer skype-Konferenz an. Er hatte ein Problem mit sinem Linux-Rechner und konferierte mit einem niederländischne und einem tschechischem Kumpel - voll in Esperanto. Das hat mich schon etwas beeindruckt.

Inzwischen bin ich bei der 3. Lektion. Esperanto ist wirklich einfach zu lernen und macht Spaß. Mein Mentor legt aber Wert darauf, dass ich nicht zu schnell lerne, sondern grüdlich. Über Ostern ist aber Lernpause - mein Mentor fährt zu einem Esperanto-Jugendtreffen nach Italien.

Für alle Englisch Fürsprecher, besonders "jdoescher"!

Ich möchte keine unnötige Diskussion entfalten.Bitte, nehmen sie sich 10 Min. Zeit und lesen sie "DIE WIRTSCHAFTLICHEN AUSWIRKUNGEN DER SPRACHLICHEN UNGLEICHEIT" unter "www.ekolingvo.com" (wählen sie Sprache) Lassen wir Experten hören.Wenn sie dann denken ändern sie bestimmt die Meinung.