Eine gemeinsame Kultur ist die Grundlage für gemeinsames Wirtschaften

Eine gemeinsame Kultur ist die Grundlage für gemeinsames Wirtschaften

Europa braucht eine gemeinsame Kultur, der sich alle Länder zugehörig fühlen. Nur so kann das Vertrauen untereinander wachsen. Vertrauen ist die Grundlage für gemeinsames Wirtschaften.


Wie könnte diese Kultur geschaffen werden? Wie könnte sie aussehen? Und: besteht nicht schon ein ausreichendes Vertrauensverhältnis in der EU für ein erfolgreiches Wirtschaften? Immerhin ist die EU einer der wirtschaftlich erfolgreichsten Akteure weltweit!

Gerade der Wirtschaftsraum ist bereits viele Jahre lang erfolgreich. Natürlich zeigt sich in Zeiten einer Wirtschaftskrise, dass sich die Mitgliedsstaaten sich nicht uneingeschränkt vertrauen. Das müssen anerkanntermaßen souveräne Nationalstaaten allerdings auch nicht, sie dürfen ja ausdrücklich dort nationale Regelungen und Sicherungen treffen, wo sie der EU nicht die Kompetenz übertragen haben.

Die gemeinsame Kultur als Grundlage der Gemeinschaft ist dennoch ein sehr interessanter und absolut diskussionswürdiger Punkt. Wie kann diese gemeinsame Basis aussehen? Wir haben nun mal keine einheitliche Sprache. Und selbst wenn man die christlich-abendländische Kultur als gemeinsamen Standpunkt befürwortet, so begibt man sich in Konflikte mit zahlreichen Europäern - etwa wurde auch ein Gottesbezug in der Präambel des Lissabon- Vertrags kontrovers diskutiert. Es ist nicht leicht, eine gemeinsame kulturelle Basis zu finden. Wie bereits de Gaulle in "Für ein Europa der Vaterländer" schrieb, ist dies für die USA leichter gewesen, da sie quasi auf terra nullius gegründet wurde.

Eine Kultur wächst, eine Kultur können wir nicht schaffen. Aber zum Beispiel die Aufwertung der Europa- Hymne, des Europatags als tatsächlichem Feiertag, der Europaflagge, könnten für eine Identifikation der Unionsbürger über Mitgliedsstaaten hinaus sorgen - und in einem nächsten Schritt für das von annabel geforderte Vertrauen, das ja nicht nür Grundlage gemeinsamen Wirtschaftens ist, sondern in einem Europa der Staaten und der Bürger (Vgl. Berliner Erklärung) weit mehr Positives zu Tage fördern kann.

An Jonathan Wiider.
Sie schrieben "Wie könnte diese Kultur geschaffen werden? "
Da brauch keine neue Kultur geschaffen zu werden. Die existiert bereits.
Nur sollten wir uns der gemeinsamen Kultur bewusst werden.

Natürlich hat jede Region ihre eigene Variante - aber haben wir nicht auch innerhalb von Deutschland unterschiedliche Regionalkulturen?

Eine gemeinsame Kultur? Das kann man aber nicht von oben her verordnen. Aber ich bin da guter Dinge. Dank Schengen-Abkommen, weitgehender Abschaffung der Zollschranken und einer gemeinsamen Währung wird eine Reise in ein Nachbarland weniger als zuvor als Reise ins Ausland empfunden.

Was noch fehlt, ist eine gemeinsame Verkehrssprache in Europa. Leicht für jeden mit einem vernünftigen Zeitaufwand erlernbar.

Für mich wäre ein gemeinsames Europäisches Bewusstsein wichtig - nämlich dass sich die Bürger auch(!) als Bürger Europas begreifen. Z.B. über die von Europa006 vorgeschlagene Aufwertung der Hymne, der Flagge und des Europatages.

Allerdings wird in der Öffentlichkeit gerade auch von den Parteien ein solches Bewusstsein nicht gefödert. Selbst diejenigen, die zur Europawahl antreten betonen nicht, was sie in Europa für uns erreichen wollen und welche Fortschritte für uns erzielt wurden, sondern, was sie verhindern wollen, was sie schlecht finden und wie sie uns schützen können. Europa ist in den Debatten eher ein (sehr praktischer) "Watschenmann", der für alles verantwortlich gemacht wird, was nicht gut läuft.

Für Gegenbeispiele aus der Politik, wenn jemand welche kennt, bin ich offen ...

Ich selbst bin am Europatag IMMER auf den entsprechenden Veranstaltungen und hänge sogar mein kleines Europafähnchen aus dem Fenster.

"Für Gegenbeispiele aus der Politik, wenn jemand welche kennt, bin ich offen ..."

1) Das Schengen-Abkommen
2) Der Euro
3) Der Binnenmarkt. (Oder haben Sie noch nicht bemerkt, dass sie Waren ohen eine Wertobergrenze - mit einigen Ausnahmen - aus anderen EU-Länder zollfrei einführen können?

Die Vielfalt der Kulturen ernähren sich so viele Unterschiede in der Kultur, der Sprache und aus der Sicht der verschiedenen europäischen Völker, ihre Beziehungen und ihre Zusammenarbeit Die Vielfalt ist ebenso in Gefahr, wenn alle Völker die sich für eine einzigartige Sprache, eine einzigartige einen einzigen Punkt aus, wenn sie sich weigerten, miteinander zu reden miteinander.

Können Sie das auch verständlich für andere formulieren?

Hallo hoketo,

da haben Sie mich falsch verstanden. Ich finde die EU eine großartige Sache und sehe die vielen Leistungen und Vorteile für mich als EU-Bürger durchaus. "Weiter so!" möchte ich da fast rufen.

Mit Beispielen aus der Politik meinte ich: Politiker, die ins EU-Parlament gewählt werden möchten und für die EU werben bzw. ein positives Bild der EU nach außen tragen. Die sind rar gesät. Gerade im Rahmen der Europawahl warte ich noch auf solche Aussagen.

Die Partei "Die Linke" hat das z.B. wieder bewiesen, indem man alle Menschen mit Sachverstand und einer positiven Haltung zum europäischen Prozess nicht mehr aufstellt und sie durch andere ersetzt, die entweder keine Ahnung haben, oder, die sich durch eher EU-feindliche Aussagen profilieren, z.B. wenn der Spitzeankandidat Herr Bisky sagt "Wir wollen die EU zwar nicht abschaffen, aber ..."

An Herrn Pesterl.
Nein, ich hatte kein Problem mit dem, was Sie geschrieben habe. Aber das Geschreibsel von "Kurz Istbesser" ist nahezu unverständlich. Ich habe nur eine vage Ahnung, was er gemeint haben könnte.

Ich denke es geht darum, die vielfältigen Kulturen der Mitgliedsländer zu wahren und zu fördern. Einen einheitlichen europäischen Bundesstaat halte ich für Utopie und auch überhaupt nicht erforderlich. Ich glaube, dass die immer besseren Beziehungen der Menschen erst die Möglichkeit eröffnen, eine europäische Kultur zu entwickeln. Jedwede politische Verordnung einer solchen KUltur wird jedoch den Widerstand vieler Menschen hervorrufen und sollte folglich unterbleiben. Aber nochmals, das Wesentliche sind die vielfältigen Kulturen in Europa. Sie sind Ausgangspunkt für viele Kontakte, für Reisen, für das Kennenlernen und damit letztendlich für das Verstehen des Anderen. Wenn man dies als europäische Kultur versteht, ist dies unterstützenswert. Wer europäische Kultur mit europäischen Einheitsstaat verbindet wird scheitern.

Europa ist ein Kontinent, auf dem sich viele Kulturen und Sprachen auf einem relativ kleinen Raum gebildet haben - anders als z.B. auf dem nordamerikanischen Kontinent. Diese Vielfalt gilt es zu bewahren.

Und trotzdem gibt es so etwas wie eineeuropäische Kultur, auch wenn sie schwer zu beschreiben ist. Letzlich sind es die historischen Wurzeln udn die gemeinsame Geschichte, die eine übergeordnete europäische Kultur ausmachen. Innerhalb Europas bin ich ein Deutscher, aber außerhalb Europas werde ich vielfach zunächst als Europäer gesehen.

Einen Europäischen Bundesstaat halte ich schon aus Gründen der Wirtschaftpolitik für sinnvoll und unvermeidbar, denn nur so kann den großen Blöcken nach dem altebekannten "gemeinsam sind wir stark" wirkungsvoll entgegengetreten werden. Natürlich muss dieser europäische Bundesstaat ein Garant für die kulturelle und sprachlichen Vielfalt sein.

Die sprachliche Gleichberechtigung hat sich die EU zwar auf ihre Fahnen geschrieben, in der Praxis klappt das nur nicht so ganz, wie sich die Gründerväter der EWG gedacht haben. Die Privilegierung einer Sprache - der englischen - ist eine Bedrohung der nationalen Kulturen. Denn Kultur ist z.T. auch ein industrielles Produkt. Durch die Dominanz einer Sprache nehmen wir die Europäische Veilfalt nur noch bedingt wahr. Oder wer kann beispielsweise auf Anhieb einige polnische, tschechische oder ungarische Schriftsteller oder Komponisten nennen? Wer kennt niederländische, schwedische, französische oder italienische Fernsehserien, die es zweifellos gibt? Unser Blick ist viel zu sehr auf die anglo-amerikanische Welt gerichtet - nahezu ausschließlich.