Europäischer Bürgergipfel in Brüssel: Bürgerinnen und Bürger präsentieren Empfehlungen zur Zukunft Europas

150 Bürger/innen aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten - darunter auch fünf österreichische Bürger/innen - überreichten ihre Empfehlungen zur Gestaltung der wirtschaftlichen und sozialen Zukunft Europas hochrangigen europäischen Entscheidungsträger/innen und diskutierten diese u.a. mit Hans Gert Pöttering, Präsident des Europäischen Parlaments und José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission sowie den Präsident/innen der wichtigsten europäischen politischen Parteien.
Ein 24jähriger Versandleiter aus der Steiermark, eine 66jährige Pensionistin aus Niederösterreich und weitere drei österreichische Bürger/innen nahmen am 10. und 11. Mai 2009 am Europäischen Bürgergipfel in Brüssel teil. Sie brachten sich beim Bürgergipfel, dem Höhepunkt der Europäischen Bürgerkonferenzen 2009, aktiv in die Debatte zur wirtschaftlichen und sozialen Zukunft Europas ein.
In den europaweit in mehreren Diskussions- und Abstimmunsphasen erarbeiteten Empfehlungen werden von den Bürger/innen wichtige Vorschläge zur Bewältigung der wirtschafltichen und sozialen Herausforderungen Europas formuliert. So fordern die Bürger/innen Aktionen zur Reduktion der globalen Erwärmung und zur Stärkung der erneuerbaren Energie. Zudem sollen Bemühungen unternommen werden, ein gemeinsames europaweites Gesundheitssystem zu entwickeln, die Arbeitsbedingungen europaweit zu harmonisieren und Anreize zu schaffen, um die Abwanderung der Produktion in Niedriglohnländer außerhalb Europas zu verhindern. Soziale Ungleichheiten sollen bekämpft und Sozial- und Wohlfahrtssysteme europaweit angeglichen, Schul- und Berufsausbildungssysteme harmonisiert werden. Die Bürger/innen fordern darüber hinaus Aktionen zur Regulierung der Finanzmärkte, die Stärkung des Verbraucherschutzes, eine engere Kooperation der Mitgliedstaaten im Kampf gegen die Kriminalität und Maßnahmen zur Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft wie biologischen Landbau. Es sollten Schritte unternommen werden um die Rechenschaftspflicht von europäischen Politiker/innen und Beamten zu erhöhen und ihre Aktivitäten transparenter zu machen und die EU sollte mehr Verantwortung im Umgang mit illegaler Einwanderung übernehmen.
Die Forderung nach der Regulierung der Finanzmärkte war auch in Österreich eine der zehn zentralen Empfehlungen, die die Bürger/innen im März 2009 in Wien aufstellen. Österreichische Empfehlungen zur Stärkung der Nachhaltigkeit im Bereich der Landwirtschaft als auch der Engergiepolitik finden sich in den europaweiten Empfehlungen ebenfalls wieder.
Weitere Informationen finden Sie in der Presseaussendung zum Bürgergipfel und dem Kurzbericht zum Bürgergipfel (in englischer Sprache). Die 15 Empfehlungen zur Gestaltung der wirtschaftlichen und sozialen Zukunft Europas können Sie hier nachlesen.
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