EU-Sprache Englisch

EU-Sprache Englisch
In der EU gibt es etwa 26 Sprachen. Es herrscht die babylonische Sprachverwirrung. Gesetze, Verordnungen und parlamentarische Diskussionen müssen in zahllosen Sprachen verfasst und durchgeführt werden. Eine EU für alle muss eine gemeinsame Sprache haben - und das wäre Englisch. Die Weltsprache der Industrieländer ist Englisch. Englisch ist die Business-Sprache. Auch die gemeinsame EU-Sprache muss daher Englisch sein. Sinvoll wäre daher die eigene Landessprache und Englisch zu beherrschen.

Alle Texte in 26 Sprachen zu haben, ist sicherlich aufwändig. Aber es ist mehr als ein Zeichen des gleichberechtigten Miteinder. Denn nicht jeder hat das Privileg, eine Fremdsprache so zu lernen, dass er sie beherrscht. Darum haben sich die Gründerväter der EWG für das System entschieden.

Das Sprachwirrwarr kostet den Bürger ca. 1. Mrd Euro pro Jahr, also ca. 2 EUR pro Kopf. Wenn ich sehe, dass in der Wirtschaftskriese Hunderte von Millrarden vom Staat in handlungsunfähige Banken investiert werden (mit höchst unsicherem Erfolg), dann sind 1 Mrd Euro vergleichbar gering.

Ich habe in der Schule 9 Jahre Sprachunterricht in Englisch gehabt (zusätzlich Latein und Altgriechisch). Wenn ich stattdessen nur 5 Jahre Englischunterricht gehabt hätte, aber (beispielsweis) zusätzlich Spanisch und Französisch, stände ich jetzt besser da, wenn es um Verständigung in Europa und der Welt geht.

Die Beherrschung von zwei bis drei Fremdsprachen ist eine der propagierten EU-Zielvorstellungen.

English ist aber die Sprache die am weitesten verbreitet ist und 1 Mrd. Euro pro Jahr nur dafür auszugeben , das sich keiner benachteiligt vorkommt weil nicht seine Sprache die wichtigste ist , finde ich gelinde gesagt grobe Misswirtschaft.
1 Mrd. Euro könnte man z.B. dafür einsetzen das überall ein vernünftiger English unterricht angeboten werden kann. DAS wäre eine Investition in die Zukunft.

Es kommt sich keiner dabei benachteiligt vor, sondern die nicht-Englisch Muttersprachler werden tatsächlich benachteiligt. Die einen sprechen Englisch auf Muttersprachlichem Niveau, die anderen müssen es über Jahre hinweg lernen, ohne auch nur im Entferntesten das Niveau eines Muttersprachlers zu erreichen.

Die Notwendigkeit, Englisch zu können, ist ein regelrechter Hype und wird masslos übertrieben. Machen Sie doch einfach mal den Test, und notieren sie einen Monat lang die Anzahl der Leute, mit denen Sie sprechen und von denen Sie realistisch annehmen können, dass eine Kenntnis der Englischen Sprache zwingend nötig ist. Fall Sie Lehrer sund, lassen Sie mal die Englisch-Lehrer bei der Betrachtung vor der Tür. Sie werden sich wundern, wie wenige es sind.

Ich spreche ziemlich ordentlich Englisch. Bei diesem Urteil bin ich allerdings auch sehr selbskritisch. Ich könnte auch sagen, ich spreche sehr gut Englisch, aber um das zu sagen, liegt meine Messlatte ziemlich hoch. Ich bin häufig in internationalen Konzernen tätig - allerdinsg stelle ich immer wieder fest, dass die englischen Sprachkenntnisse der Kollegen zu wünschen übrig lassen. Nein, befriedigend finde ich das nicht.

Wenn Sie wirklich ökonomisch denken würden, gäben Sie die 1. Mrd. nicht für den Englisch Unterricht aus, sondern für den Unterricht einer Plansprache - es muss übrigens auch nicht Esperanto sein. Eine Plansprache zu lernen verlangt einen wesentlich geringeren Zeitaufwand. Studien an der Universität Budapest belegen das.

Von mir aus lass ich mich auf 3 Sprachen runterbrechen , English, Deutsch und Französisch.
English weil es Weltsprache ist, Deutsch weil es , was ich weiss, die grösste Sprachengruppe in der EU darstellt (Bevölkerungstechnisch) und Französisch weil es die Diplomatensprache ist (Wobei man Deutsch von mir aus auch weg lassen kann).
Tut mir leid , das ich von Politikern auf EU Niveau ein Kenntnis der Englischen Sprache erwarte , das erwartet man je mittlerweile von jedem kleinen Telefonisten einer internationalen Firma, ansonsten können diejenigen es sich ja immer noch in ihre Nationalsprache übersetzen lassen. Es geht nur darum , das nicht jede Unterlage immer in 25facher Ausführung gemacht werden muss.

Ich weiss eigentlich gar nicht was alle hier mit Esperanto haben, diese Plansprachen haben sich nie durchgesetzt und werden sich auch nicht durchsetzen, da Sprache ein Kulturgut ist und nicht eine austauschbare Sache. Sprache entwickelt sich mit dem Land und dem Volk und ist nicht einfach eine Kommunikationsform.
Ausserdem , wenn man in English Unterricht investiert , hat man den Vorteil, das man nicht nur in der EU kommunizieren kann, sondern das English von sehr vielen Menschen aus allen Ecken der Welt gesprochen wird. Während Esperanto oder eine andere Plansprache einfach gar niemand kann (die 10-15k Leute dies können lasse ich jetzt einfach mal aussen vor).

Ob man etwas als Muttersprache hat oder nicht , ist völlig egal , bei entsprechender Ausbildung kann man es nacher auch gut genug.
Ausserdem hat English eine sehr tolle Eigenschaft, die aus der Geschichte Englands herrührt.
Auf der einen Seite ist die Sprache durch die Angeln, Jüten und Sachsen geprägt (und damit dem Deutschen ähnlich) auf der anderen Seite wurden sie von den Normannen erobert. Die Sprache hat also sowohl Teile des romanischen Sprachkreises als auch des germanischen Kreises in sich und ist somit auch für beide nicht so schwer wie z.B. russisch (nur zu vergelcihszwecken).

Egal wie gross der Zeitaufwand ist Esperanto zu lernen, die Welt wird sich nicht an uns anpassen , sondern wir uns an die Welt und die Welt spricht nun einmal in der Mehrheit (besonders in Politikerkreisen und der Wirtschaft) English, ob es uns gefällt oder nicht. Also müssen wichtige Politiker so oder so English können.

Ich wiederhole es nocheinmal , nur weil sich da wer benachteiligt vorkommt , weil seine Sprache nicht die wichtigste ist, ist das noch kein Grund 1 Mrd zum Fenster rauszuwerfen.

Sie schreiben: "Ich weiss eigentlich gar nicht was alle hier mit Esperanto haben, diese Plansprachen haben sich nie durchgesetzt..... "

Sie haben recht, Plansprachen haben sich nicht durchgesetzt. Auch Englisch hat sich nicht durchgesetzt. Englisch wird durchgesetzt. Sie sollten sich mal mit den Mechanismen auseinandersetzen, wie Sprachen "sich" verbreiten. Wirtschaftliche und politische Macht sind die Mittel. Sie sprechen ja auch nur Englisch, weil es Pflichtfach in der Schule ist. Oder konnte Sie sich frei für eine andere Sprache entscheiden?

"Sprache ein Kulturgut ist und nicht eine austauschbare Sache. Sprache entwickelt sich mit dem Land und dem Volk und ist nicht einfach eine Kommunikationsform."

Da stimme ich Ihnen gerne zu. Sprache ist ein hohes Kulturgut. Noch wichtiger ist Sprache als Identifikationsmittel. Wer Deutsch spricht ist Deutscher. Da kann er eine dunkle Hautfarbe haben und braucht auch nicht eine deutschen/österreichischen/schweizer Pass.

Aber sie vermischen hier zwei Dinge. Wir brauchen eine Kommunikationsform - eine Sprache. Die Sprache für internationale Kommunikation braucht aber nicht den komplexen kulturellen Hintergund. Wenn ich mit einem Kunden über die Lieferung von (beispielsweise) 100 Brillengestellen verhandele, brauche ich nicht die englische Kultur. Ich muss nicht Shakespeare auf Englisch gelesen zu haben, mein englischer Gesprächspartner auch nicht.

Dass eine Plansprache kulturell Werte vermitteln kann, ist trotzdem schön. Gehen Sie doch einfach mal in die Hofburg, dort finden Sie die größte Esperanto-Bibliothek der Welt. Übrigens auch Literatur, die original in Esperanto verfasst wurde. z.B. "La infana raso" von William Auld, der sogar deswegen für den Literatur-Nobelpreis vorgeschlagen wurde. Natürlich nicht, weil es in Esperanto geschrieben war, sondern wegen des Inhalts.

Das besondere an Esperanto ist, dass es als einzige Plansprache geschafft hat, den Schreibtisch des Autors zu verlassen und über eine nun 120-jährige Geschichte zu einer lebenden Sprache geworden ist, die alle Bereiche des Lebens abdeckt. Ich weiß nicht, ob Sie es wissen, dass es Familien gibt, in denen täglich Esperanto gesprochen wird. Nicht aus ideologischen oder fanatischen Gründen, sondern ganz banal, weil die Ehepartner zurm Zeitpunkt der Eheschließung nur Esperanto als gemeinsame Sprache kannten. Dass Kinder dann Esperanto-Muttersprachler in solchen Ehern sind, ist naheliegend. Natürlich sprechen diese Kinder nicht nur Esperanto, sondern zusätzlich auch die Sprachen beider Eltern. Sie wachsen also 3-sprachig auf.

Mit 10-15k Esperantosprechen zeigen Sie sich als schlecht informiert. Ich weiß, die Schätzungen sind schwierig. Ich tue mich damit auch schwer. Aber dichter an der Wahrheit ist eine Zahl von etwa 1.000.000 Sprechern.

Wenn es um prominente Esperanto-Sprecher geht, fällt mir als erstes übrigens immer der Bundespräsident Franz Jonas ein.

Der Meinung von hoketo kann ich nur folgendes hinzufügen: Hier geht es um die Zukunft Europas, die Bürger werden eingeladen ihre Meinungen und Vorstellungen einzubringen. Geschieht das gesamteuropäisch ? Nein, sondern nur auf nationaler Ebene. Versucht ein europ. Bürger, der nicht Deutsch beherrscht, sich hier einzubringen, geschieht das in einem unverständlichen Kauderwelsch. Aber wir sind alle Bürger Europas: von Malta bis Finnland, mit all den unterschiedlichen Kulturen, die wir erhalten wollen. Europa ist mehr als Englisch, Französisch und Deutsch. Wer nur mehr englischsprachigen Einheitsbrei will, mit seinem "making money" und "having fun" ist vielleicht modern, aber denkt nicht an unsere Zukunft. Wir sehen hier wie notwendig - auch aus demokratiepolitischen Gründen - eine leicht erlernbare, neutrale Brückensprache ist. Zufällig ist es Esperanto, das sich schon seit mehr als 100 Jahren bewährt.

MEP Dr. Paul Rübig unterstützt den Vorschlag "Sprachliche Gleichberechtigung, Schutz von Minderheitensprachen, Esperanto."
MEP Dr. Paul Rübig meint: "Selbstverständlich habe ich mir bereits des öfteren Gedanken über einfachere Kommunikation innerhalb der Europäischen Union gemacht und bin prinzipiell für eine gemeinsame Sprache für Europa. Bereits jetzt ist der Aufwand für die interne Verständigung ausgesprochen groß und wird mit jedem weiteren Mitglied noch verschärft. Gerne bin ich bereit, eine Einführung von Esperanto innerhalb der EU zu befürworten."
Bei der Umfrage "Welche Sprache für Europa?", der Tageszeitung "Der Standard", hat Esperanto 65,9 % der Stimmen erhalten. Das Ergebnis ist im Standard-Archiv abrufbar.

Es ist prinzipiell aber völlig unerheblich WIE Englisch als Weltsprache sich durchsetzt , oder ob sie durchgesetzt wird. Tatsache ist das sie sich offenbar durchsetzt , das alleine sollte genügen um in Europa auch diese Sprache zu verwenden , denn im globalen Bereich wird sich Esperanto sicherlich nicht durchsetzen und da ist , so finde ich , besser wenn man gleich bei Englisch bleibt , statt noch eine Sprache einzuführen die man dann auch noch lernen sollte .
Ich muss ganz ehrlich sagen , dass ich mich freiwillig für Englisch entschieden habe , weil mir diese Sprache gut gefällt , sie nicht allzu schwer zu beherrschen ist (als Österreicher) und wenn jemand eine andere Sprache als die eigene spricht ist es zu 80% Englisch.
Zu dikutieren was das beste wäre bringt auch nichts , sondern man muss sich an die existierenden Gegebenheiten anpassen und diese Gegebenheiten sind eben , das Englisch die Weltsprache ist und nicht Esperanto.
Wieso also noch eine Sprache lernen ?

"Ich muss ganz ehrlich sagen , dass ich mich freiwillig für Englisch entschieden habe"
Interessant. Welchs Sprachen waren die anderen Möglichkeiten, die Sie inder Schule statt Englisch auswählen konnten?

Warum muss man sich eigentlich den existierenden Gegebenheiten anpassen? Das klingt mir zu opportunistisch/defätistisch. Ein Entwicklungsfortschritt gibt es nur, wenn man die ausgetretenen Wege verlässt. Aber wenn man nie etwas in Frage stellt, bleibt man immer beim "Altbewährten". Dann gäbe es kein Stellenwertsystem udn wir würden noch mit römischen Zahlen rechnen. Und natürlich hätten wir weiterhin das Wirrwarr-Maßsystem, dass sich übrigens am Längsten im englischsprachigen Raum gehalten hat, bzw. dort nach wie vor aktuell ist.

Angenommen Sie haben in der Schule 7 Jahre Zeit für den Sprachunterricht.
Variante 1) nur Englisch lernen oder
Variante 2) zunächst 1-2 Jahre eine Plansprache und anschließend Englisch lernen, dass sie am Ende der 7 Jahre mindestens gleichermaßen gut sprächen, eher sogar besser.
Was wäre die bessere Lösung?

Ich finde es immer merkwürdig, wie sich die Vorurteile bezüglich Englisch halten. Englisch ist - entgegen aller Propaganda - keine einfache Sprache, lediglich der Einstieg ist einfach. Aber denken Sie an die chaotische Rechtschreibung, die mit Ausnahmen übersäte Grammatik und die ausgeprägte Idiomatik. Und wenn man in Deutschland der Meinung ist, 9 Jahre Englischunterricht seien nicht ausreichend, sondern der Englischunterricht müsse in der Grundschule in Klasse 1 bereits beginnen, dann frage ich mich immer, wie man aufrichtig behaupten kann, Englisch sei einfach.

Das zweite Vorurteil: Englisch wird überall gesprochen. Wer jemals in Lateinamerika war, wird bemerken, dass nach Verlassen des Flughafens bzw. des Touristen-Ghettos er mit seinen Englisch-Kenntnissen ziemlich sprachlos dasteht.

Im Kreis von Sprachpädagogen (auch Englischlehrern) ist es übrigens wenig umstritten, dass Englisch als Einstieg in das Erlernen von Fremdsprachen wenig geeignet ist. Dafür sind Latein und Französisch geeigneter.

Bei Latein kann ich ihnen zustimmen , allerdings fand ich Französisch immer um einiges schwerer als English. Ich selber wollte shcon mit 6 Jahren Englisch lernen , weil mich England immer fasziniert hat. Wir müssen uns den Gegebenheiten anpassen , weil sich die Gegebenheiten nicht an uns anpassen werden. Ich könnte auch plötzlich sagen das ich nur noch bei rot über die Strasse gehe , weil man sich ja von ausgetretenen Pfaden entfernen muss. Man muss einfahc akzeptieren das sich die Welt nicht nach uns richten wird , sondern sich nach dem (wesentlich grösseren) Rest richten wird. Wozu sollen wir also 2 Sprachen lernen und nicht einfahc nur eine? Sie haben mir bis jetzt keine Begründung geben können wieso 2 Srpachen gelernt werden müssen und wir nicht einfach nur eine lernen können , nämlich die universellere und das ist nunmal Englisch.

"Wir müssen uns den Gegebenheiten anpassen , weil sich die Gegebenheiten nicht an uns anpassen werden."

Ehrlich gesagt, ist mir das zu resignativ. Wenn wir als politische Bürger nicht aktiv und demokratisch die Welt in unerem Sinne entwickeln wollen - wer denn sonst? Sie sprechen von den ominösen "Gegebenheiten". Wo kommen die denn her? Die fallen doch nicht vom Himmel.

Nur eine Fremdsprache? Weil das einfach zu wenig ist, wie Leonard Orban, EU-Kommissar für Mehrsprachigkeit nicht müde wird zu verkünden. Unter Mehrsprachigkeit versteht Herr Orban übrigen nicht die Kenntnis von nur einer Fremdsprache, sondern 2 - 3 Fremdsprachen.

Dass offenbar nicht die ganze Welt Englisch spricht, ist daran zu erkennen, dass Unternehmen in Deutschland nicht nur händeringend Mitarbeiter suchen, die (beispielsweise) Französisch, Spanisch oder auch Russisch, also "große" Sprachen, sprechen sondern durchaus auch kleinere Sprachen, wie beispielsweise Polnisch. Und natürlich ist es ein Wettbewerbsvorteil, die Sprache seiner Kunden zu sprechen. Es wird keine perfekte Kenntnis der Sprache erwartet, aber es trägt zu einer emotionalen Nähe bei.

Wenn deutsche Manager versuchen, mit Geschäftspartnern in Japan Englisch zu sprechen, sind sehr schnell am Ende. Und wenn deutsche Manager ihren japanische Kollegen wohlwollend Englisch empfehlen, wird der Japaner zwar sein höflich freundliches Lächeln wahren, aber sie sind bei ihm "unterdurch".

Ich habe beruflich regelmäßig bei Tochterunternehmen deutscher Firmen zu tun. Die Kommunikation per Englisch ist schwierig udn schleppend. Ich spreche die deutsche Variante des Englischen, die Italiener die italienische Variante des Englischen. Das langt zur problemlosen Bestellung von Kaffee, wenn es aber um fachliche Dinge, die eine hohe Präzision verlangen, geht, zeigen sich sehr schnell die Schwierigkeiten.

Es wird kaum einen Esperanto-Sprecher geben, der nicht bestätigt, dass es schön ist, fremde Sprachen zu können - je mehr um so besser.

Wir könnte natürlich auch anfangen alle Latein zu spechen,das wäre eine europäische Kultursprache und gleichzeitig würde keiner benachteiligt.

Ja, das wäre eine Möglichkeit. Aber man darf unterstellen, dass dafür der Zeitaufwand recht hoch ist.

Man müsste natürlich das Latein vereinfachen. Das "Latino sine Flexione" von Peano ist ja ein Ansatz dazu. Eine Deklination und eine Konjugation sind ausreichend. Wenn man noch die Wortbildung vereinfachen würde, wäre "Latino sine Flexione" noch besser geeignet. Wie es um das grammatikalische Regelwerk von "Latino sine Flexione" bestellt ist, weiß ich nicht genau, Wenn man die Ausnahmen eleminieren würde, wär's natürlich gut, denn Ausnahmen bereichern Sprachen nicht.

Wer sich über "Latino sine Flexione" informieren möchte, kann das hier tun:

http://europeano.org/default.aspx

Mein Problem mit ihrem Ansatz , ist einfach das wir Englisch lernen werden (weiterhin) um international kommunizieren zu können und ich frage mich einfach wieso man da unbedingt noch eine zusätzliche Sprache lernen muss. Ich denke da wäre es doch am besten wenn man einfahc beim Enlischen bleibt wenn man das eh schon lernt.

Lieber Acaloth!
Wie du Fan von englich bist kann ich du zu dir sagen wie in dieser Sprache üblich ist.
Als erste, sehe ich dass du keine Ahnung von Esperanto hast.Esperanto ist mindestens 5 fach leichter zu erlernen als Englisch, aber das Problem ist wie du selber sagst, "die Sprache ist ein Kulturgut..." und die wollen die Deutschen wie die Polen und andere nicht verlieren.Dominanz einer nationaler Sprache bedeutet unterwerfen anderen und denen Kulturen.
In einer Gemeinschaft sollen sich alle gleich fühlen und die gleiche Rechte haben, sonst ist keine Zukunft auf Dauer.
Eine nationale Sprache ist viel zu schwer und oft unlogisch und bringt ökonomische, politische und kulturelle Vorteile.Bitte nachlesen,"www.
ekolingvo.com"
Esperanto hat sich nicht verbreitet wie Englisch weil nie jemanden kolonialisiert , unterwerft oder ausgebeutet hat und hat keine imperialistische Ambitionen. War nur verfolgt und verboten.
Schreibmaschinen waren auch noch vor paar Jahren aktuell. Mobiltelefon willst du auch nicht vermissen....Imperiale Sprachansprüche sind auch nicht in. Lass uns demokratisch entscheiden. Ich denke, dass einfache Bürger auch denken kann.

Warum mal eine weitere Sprache lernen muss, glaubte ich Ihnen bereits erklärt zu haben.

Aber ich wiederhole das gerne: Wenn Sie eine Plansprache (es muss nicht Esperanto sein) als erste Sprache lernen, lernen Sie, wie man eine Sprache lernt und erhalten ein Basisverständnis über Grammatik. Weil diese Sprache leicht zu erlernen ist, sind sie damit schnell durch. Diese vorab in den Spracherwerb investierte Zeit holen sie bei der nächsten Sprache leicht wieder ein. Das ist der propädeutische Effekt. Der ist vielfach untersucht und unumstritten.

Das Erlernen einer Fremdsprache unter Vorschaltung einer Plansprache gestaltet sich somit ökonomischer. Das sollte als Vorteil bereits ausreichen. Dass Sie gleichzeitig eine zweite Sprache dabei erlernt haben, ist natürlich ein 2. Vorteil.

Wie ich Ihren sonstigen Beiträgen entnehmen kann, vertreten Sie freiheitliche Grundsätze und treten jeder Regulierung entgegen. Warum wollen Sie unbedingt Englisch durchsetzen und wollen den Bürgern nicht die Freiheit geben, selbst zu entscheiden, welche Sprache Sie lernen wollen? Wenn jemand bespielsweise Französisch als erste Fremdsprache lernen möchte, und die Schule das realisieren kann - warum nicht? Und wenn jemand gar kein Englisch lernt, sondern Spanisch, Italienisch und Schwedisch - dann ist das ok. Wenn ihm im späteren Leben Englisch fehlt, kann er es mit dem Vorwissen leicht nachholen. So wie in Deutschland das Graekum oder Latinum.

Das vor einigen Jahr sehr liberale Schulgesetz in Hamburg, erlaubte es Schülern in weiteren Fremdsprachen eigener Wahl über den Kanon der üblichen Fächer hinaus sich prüfen zu lassen.

Was sie in ihrem letzten Absatz angesprochen haben , stimmt hat aber eine Problem. Bei uns in Österreich kann man sich auch in vielen Sprachen viele Fächer prüfen lassen (z.B. Mathematik auf russisch) aber das Problem dabei ist , das man auch einen Prüfer braucht der die Sprache , mehr als nur rudimentär, beherrscht , das ist bei so ziemlich allen Sprachen ausser Englisch und Französisch nicht gegeben (evtl. noch Spanisch).
Das man Sprachen mit dem Vorwissen leicht nachholt , da muss ich ihnen wiedersprechen. Ich kann sehr gut Englisch und Deutsch , etwas Latein (ok da bin ich net sonderlich gut) aber als ich Französisch anfing zu lernen hat mich das keinen Meter weitergebracht. Ich denke es hängt davon ab ob sie sich mit dem lernen von Grammatik leicht tun oder nicht , ich z.B. kann mit Grammatik gar nichts anfangen. Wie ihnen vielleicht aufgefallen ist ist meine Beistrichsetzung jenseits von gut und Böse.
Ich vertrete durchaus freiheitliche Ansätze , allerdings muss ich ihnen sagen , das das ganze umlernen das Problem mit sich bringt das :

1. Nicht genug Lehrer vorhanden sind.
2. Keine Unterrichtsmaterialien in den Schulen existieren
3. Für das englische das ganze in rauhen Mengen vorhanden ist.

Aber das lässt sich beheben. Was ein wesentlich grösseres Problem wäre , wenn alle Unterlagen der EU plötzlich auf Esperanto geschrieben würden , würde ausser evtl. ein paar Tausend Menschen , keiner wissen was da geschrieben steht. Was das Vertrauen der Bevölkerung in die EU nicht gerade erhöhen wird.
Das was man machen könnte , wäre die Unterlagen auf Englisch und Esperanto anzufertigen , so das ältere und jüngere lesen können was da steht.
Zu ihrer Idee das jeder die Sprachen lernen sollte die er will , ja wäre schön. Aber primär muss Englisch gelernt werden , um es dem Schüler später zu ermöglich , sich wenigstens rudimentär mit Leuten die von ausserhalb Europas kommen zu unterhalten. Die Wahrscheinlichkeit das derjenige Englisch spricht ist höhere als bei irgendeiner anderen Sprache , daher sollte Englisch auf jeden Fall weiterhin verpflichtend sein.
Wenn jemand andere Sprachen noch lernen will, sei es ihm gegönnt , dafür gibts bei uns an der Schule einen Sprachenzweig.

Bitte, nehmen Sie sich 10 Min. Zeit und lesen Sie unten "www.ekolingvo.com"

"Die wirtschafttlichen Auswirkungen der sprachlichen Ungleichheite in der EU"

Danke.

Ja Herr Acaloth,

die einen lernen mit Grammatik leichter, die anderen mehr nach dem Prinzip "Lernen durch Sprechen". Traditioneller ist natürlich der grammatikalische Weg, aber der anderen Weg wird bei einigen Esperanto-vereinigungen auch angeboten.

Wenn es um die Einführung von Esperanto in den Schulunterricht geht, sehe ich - ehrlich gesagt - kein Problem. Zum einen geschieht das ja nicht von heuteb auf morgen und nürlich werden Schulbuchverlage das Thema bearbeiten. Auch Lehrer zu gewinnen, wird kein Problem sein.

Vor einigen Jahren hatten wir keine Informatik-Lehrer - jetzt haben wir sie und auch Unterrichtsmittel, wobei es immer da noch an wirklich guten Lehrbüchern etwas hapert.

Die Einrichtung des Englischunterrichts im Primarschulbereich hat natürlich die Frage nach der Lehrerausbildung aufgeworfen. Da werden jetzt Lehrer 4 Wochen lang geschult. Na, da bin ich auch mächtig skeptisch - insbesondere lernen die Lehrer da Wirtschaftenglich, wobei ich da keinen Zusammenhang zur Grundschule sehen kann. Aber, um auf Esperanto zurückzukommen, da müsste selbst ein mittelmäßig begabter, zumindest aber gutwilliger Sprachlehrer in 6 Monaten so weit sein, um Esperanto unterrichten zu können. Wenn ich richtig bin, werden solche Kurse in Deutschland in der Gemeinde Herzberg am Harz, die sich offiziell "Esperanto-Stadt" nennt, regelmäßig bzw. bei Bedarf angeboten.

Also Informatiklehrer sind jetztt zwar ein etwas blödes Beispiel ( das was sich teilweise Informatikunterricht und Informatiklehrer nennen darf kommentiere ich lieber nicht), aber ich verstehe worauf sie hinauswollen.

Dennoch mag vllt. Esperanto eine Eu-Sprache sein , soweit haben sie mich überzeugt. Aber Englisch muss einfach aus dem Grund weitergelernt werden , weil die Welt grösstenteils eben Englisch spricht (zumindest ansatzweise). In jedem Internetforum mit internationaler Klientel , wird Englisch geschrieben , alleine um das zu verstehen ist Englischunterricht schon unerlässlich.

Es spricht aus meiner Sicht absolut nichts dagegen, dass Englisch in der Schule unterrichtet wird - warum auch?

Das "ansatzweise" Englisch gesprochen wird, ist sicherlich richtig. Aber meine persönlichen Erwartungen an Sprachkenntnisse sind vielleicht zu hoch. Durch Esperanto haben ich (leider) erkennen müssen, wie schlecht meine Sprachkenntnisse sind. Wenn ich Englisch spreche - und nach Auffassung meiner Kollegen kann ich das gut - merke ich doch ständig meine Grenzen und Möglichkeiten, meinen Gedanken präzise und gut Ausdruck zu geben. In Esperanto kann ich das besser.
Aber - wie gesagt - ich bin vielleicht zu selbstkritisch.

Es gibt übrigens im Internet auch Chaträume, in denen Esperanto gesprochen wird. Eine Wikipedia gibt es in Esperanto auch. Zur Zeit mit ca. 112.000 Einträgen. Das ist nicht weltbewegend, aber doch mehr, als in manchen Nationalsprachen. http://eo.wikipedia.org/wiki/Ĉefpaĝo

Was die Informatiklehrer und den Informatikunterricht betrifft, kann ich auch nur klagen - aber es wird langsam besser. Inzwischen kommen zunehmend Lehrer in den Schuldienst, die Informatik studiert haben, bisher waren das überwiegend Lehrer, die es als Hobby betrieben haben.
Trotzdem empfinde ich es als alarmierend, wenn in diesem zukunftsorientierten Fach im Bundesland Nordrhein-Westfalen nur zwei Schulen "Leistungskurse" anbieten. Die Schüler gehen zu sehr den Weg des geringsten Widerstandes - das dürfte in Österreich kaum anders sein.

Ich habe das Glück mittlerweile einen sehr kompetenten Lehrer zu haben, bei dem wir auch wirklich was lernen. Aber die meisten anderen verstehen unter Informatik , dass man Office bedienen kann (und das bringen sie einem dann auch ein Jahr lang bei). Mein Lieblings- Freifach über Netzwerktechnik, wurde nach einem halben Jahr eingestellt weil man keinen Lehrer mehr dafür abstellen wollte (die Anschaffung alleine der Geräte hat ca. 5000 € gekostet ). Also in Anbetracht dessen wie wichtig dieses Fach ist , sind da deutlich zuviele Pfuscher und Möchtegern-Computergenies am Werk.

Zurück zum Thema: Kann es sein das sie generell recht Sprachaffin sind?
Weil sonst würden sie wohl kaum eine Sprache einfach so lernen :D
Ich bin das wiederum eher nicht , deswegen bin ich immer ein Freund möglichst weniger Sprachen , mit denen man viel erreicht.

"Zurück zum Thema: Kann es sein das sie generell recht Sprachaffin sind?"
Nein eigentlich überhaupt nicht. AUf der Schule hatte ich über Jahre in Englisch eine "Beton-Fünf", ein Problem allerdings nicht nur von mir, sondern der ganzen Klasse. Erst 1 1/2 jahre vor dem Abitur kam ein junger engagierter Lehrer, der mit jedem von uns eine Strategie entwickelt hat und ich habe es zum Endspurt auf eine 2 gebracht.
Ansonsten bin ich Methematiker, der seine Brötchen als Selbständiger im IT-Sektor verdient.
Mein interesse an Sprachen ist eigentlich druch Esperanto gefördert worden. Wenn man auf Esperanto-Treffen ist, kommt es immer schnell zu einem Gespräch über verschiedene fremde Sprachen. Über Esperanto wird auf solchen Treffen kaum gesprochen.
In der nächsten Woche fahre ich über Ostern zu einem Esperanto-Familientreffen nach St. Andreasberg im Harz. Es kommen um die 180 Leute aus 15 Ländern. Dabei sind dann um die 40 Kinder und Jugendliche.
www.esperanto.de/psi

Ja , motivierte Lehrer und gute Lehrer sind vermutlich die wichtigste Ressource die eine Schule haben kann...leider wird nicht dafür gesorgt das die besten unsere Kinder unterrichten....

Auch wenn es nicht mit dem Ausgangsthema zu tun hat: Die Abiturienten, die mit dem schlechtesten Notendurchschnitt zur Uni gehen, studieren überwiegend mit dem Ziel Lehramt.